Das SAXX ist ab 23. Juni 2018 geschlossen!!!

Es ist vorbei! Mit viel Wehmut und einigen Tränen blicke ich auf beinahe 14 Jahre SAXX zurück. Ich möchte an dieser Stelle noch einmal einen kurzen Rückblick wagen und auch meine Gründe zur Entscheidung, meine Karriere als Wirt an den Nagel zu hängen, darlegen.

Ohne großen Überlegungen und Plänen habe ich im Herbst 2004 die Gelegenheit beim Schopf gepackt, mich als Wirt in Wien zu versuchen. Bis zur Eröffnung des SAXX im Februar 2005 mussten zwar noch einige Steine aus dem Weg gerollt werden, was mir aber schnell zeigte, dass sich viele scheinbar zu große Aufgaben auch lösen lassen. Es stellte sich von Anfang an heraus, dass ich trotz mancher Dinge, die ich noch lernen musste, Talent und auch die nötige Standhaftigkeit hatte, den Job als Wirt erfolgreich und mit Freude auszuführen. Das fiel mir umso leichter, da ich sehr viele liebe, nette und freundliche Gäste im SAXX begrüßen und verpflegen durfte. Natürlich war ich auch immer ein Wirt mit Ecken, Kanten und Emotionen, die nicht die Sache von allen waren. Allerdings habe ich mir immer die Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit zu mir selbst und selbstverständlich auch zu den Gästen bewahrt.

 

So zogen die Jahre dahin und ich ging völlig in meine Arbeit auf. Es waren viele unglaublich lustige und erfolgreiche Abende dabei, an die sich sicher auch einige von euch gerne erinnern werden. Erwähnt seien etwa die legendären SAXX- (und Saxleta-) Geburtstage, die vielen “Teambesprechungen” mit den Spielern des FC SAXX nach meist sehr erfolgreichen Fußballspielen, Triumphe und Niederlagen des österreichischen Fußballs, Fußball Welt- und Europameisterschaften, Wuzzelturniere, das SAXX-Quiz und vieles mehr. Auch der CLUB TO SAXX, den ich mit Torsten Raab ins Leben gerufen habe, ist eine wunderbare Erinnerung wert. Man denke nur an die ersten zwei Ausgaben des Erfolgsevents auf dem ehemaligen Clubschiff Johann Strauss. Natürlich seien an dieser Stelle auch die letzten Jahre mit den BVB-Supporters Vienna erwähnt, die das SAXX stets zum Beben brachten.

 

Doch nun ist dieser sehr arbeitsreiche, aber ebenso erfüllende und schöne Lebensabschnitt für mich vorbei. Und ich habe diese Entscheidung wohl überlegt getroffen, um meine Lebensqualität zu erhöhen. Es ist mir trotz einiger Ideen zwar noch nicht ganz klar, welchen Weg ich einschlagen werde. Fix ist aber, dass ich Zeit für meine Beziehung und mich selbst einplanen werde. Beinahe 14 Jahre alle privaten Wünsche und Befindlichkeiten hinten anzureihen sind für mich genug und so ist es Zeit für eine Veränderung.

 

Dieser persönliche Aspekt ist ausschlaggebend für meine Entscheidung, das SAXX zu schließen. Ein anderer Aspekt spielt eine Nebenrolle und ist jener, dass speziell den Klein- und Mittelgewerbetreibenden vom Staat und den Behörden eher Prügel zwischen die Beine geworfen werden, anstatt kooperativ und auf Augenhöhe miteinander umzugehen. Die ständige Regelungsflut und -wut von der EU bis zur Stadt Wien bringt sehr viel unnötigen bürokratischen Aufwand mit sich, dass dieser teilweise mehr beträgt, als die eigentliche Arbeit, derentwegen man sich zur Selbstständigkeit entschieden hat. Da vergeht einem irgendwann die Freude. Ein großer Fehler der Verantwortungsträger in der Politik und den Behörden ist jener, dass die nicht den Wert der vielen kleine Betriebe erkennen. Da bauen Leute etwas auf, arbeiten mit Freude in ihrem Beruf, sind kaum krank, zahlen Steuern und ins Sozialsystem ein und schaffen Arbeitsplätze. Den Kleinen machen sie das Leben schwer und quetschen sie aus, aber bei den Großen werden des Öfteren beide Augen zugedrückt. Es ist schlimm, dass Politiker und Funktionäre in unserem Staat bzw. ganz konkret in Wien Milliarden versenken dürfen, ohne jemals zur Rechenschaft gezogen zu werden und kleine Gewerbetreibende von Haus aus als (Halb-)Kriminelle gesehen werden. Einfache Frage: Wer bringt der Gesellschaft mehr? Ein (erfolgreicher) Gewerbetreibender in der Privatwirtschaft oder ein Politikgünstling an den Schalthebeln der Macht bzw. der Steuergeldverschwendung? Die Antwort schenke ich mir.

 

Da ich nicht mit solchen kritischen Worten, die erstens ihre Berechtigung haben, und zweitens natürlich noch viel ausführlicher an den Tag gelegt werden könnten, mein letztes Statement als Wirt abgeben will, nochmals zurück zu den unzähligen genialen und schönen Stunden im SAXX. Ohne meine Gäste wäre das SAXX nie ein solch angenehmer Ort geworden. Liebe Leute, herzlichen Dank für eure Gemütlichkeit, Treue und Liebe! DANKE, DANKE!!! Und lieben Dank natürlich auch an mein Personal, das sich stets vorzüglich um euch bemüht hat und euch garantiert nicht verdursten hat lassen!

 

Alles Liebe und Gute!

 

Anton Sachslehner